Svolvær X Review - Auf nach Norwegen!

Geschrieben von Superbus. Veröffentlicht in Szenerien

Svolvaer Titelbild

Die ruhigen Fjorde, die verschneiten Berge und die klare Luft, das mag ich an Norwegen besonders gerne. Umso mehr habe ich mich nun gefreut, als Jo Erlend Sund den kleinen Flugplatz Svolvær Helle bei Aerosoft veröffentlicht hat. In diesem Review möchte ich einen kleinen Überblick über die Szenerie geben und schauen, ob sich der Kauf lohnt.

Kauf und Installation

Kaufen kann man die Szenerie für FSX, FSX:SE und P3D v2+v3 bei Aerosoft für 14,95 €. An dieser Stelle möchte ich Aerosoft für das freundliche Bereitstellen des Addons danken! Ganze 2 GB muss man dann herunterladen, die sich auf 5 GB vergrößern. Man darf also einiges an Daten erwarten. Die Installation verläuft wie erwartet problemlos, man wird nach der E-Mail und der Seriennummer gefragt, der Installer benötigt aber keine Internetverbindung. An dieser Stelle ein Dankeschön an Aerosoft für die freundliche Bereitstellung der Szenerie.

Die Installation verläuft wie erwartet problemlos, man wird nach der E-Mail und der Seriennummer gefragt, der Installer benötigt aber keine Internetverbindung.
Nach der Installation findet sich im Ordner /Aerosoft/SvolværX/ConfigTool das Konfigurationstool, das lustigerweise noch „Aerosoft Bonaire – Configtool“ heißt. Das ist aber eine ganz andere Szenerie. Dennoch lassen sich damit verschiedene Einstellung bezüglich der Szenerie treffen, wie 3D-Personen und die Qualität vieler Texturen.
Für meine Tests habe ich die im Bild gezeigten Einstellungen genutzt.

Installer1Config Tool

Handbuch

Das Handbuch ist 13 Seiten lang und beinhaltet sowohl eine deutsche als auch eine englische Fassung. Es wird etwas über die Geschichte des Ortes erzählt, die Einstellungen des Configtools erläutert und einige grundlegende Informationen über den Flughafen mitgeteilt. Zudem wird auch noch der „bald erscheinende“ Mega Airport Frankfurt V2.0 beworben.
Charts sind leider nicht vorhanden, was aufgrund der interessanten Lage des Flughafens ein wenig schade ist. Eigentlich ist das Mitliefern von Charts schon Standard bei vielen Entwicklern. Unter https://www.ippc.no/norway_aip/current/aip/ad/ensh/ensh_en.html stehen aber Charts zur Verfügung.

Die Umsetzung

Starten wir unsere Erkundungstour am Terminal. Besonders gefallen mir die vielen Details rund um das Gebäude, wie Blumenkästen, Regenrinnen, Holzkisten und Mülleimer. Selbst die Tore verfügen über die kleinen Zacken, damit auch ja kein Unbefugter auf das Flughafengelände gerät.

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Würden wir uns jetzt auf einem größeren Flughafen befinden, dann würde ich solche Dinge, die man als virtueller Pilot nicht zu sehen bekommt, für völlig überflüssig halten, da Sie nur die Performance verschlechtern. Aber weil wir uns hier im Norden Europas, fernab von großen Städten und anderen performancehungrigen Szenerien befinden, freue ich mich über jedes Detail. Sie schaffen eine Atmosphäre, die sehr gut zu so einem kleinen Flugplatz passt.
Das gleiche gilt auch für die Innenmodellierung des Terminals. Hier hat Jo wieder den Check-in Bereich und den Warteraum mit diversen Objekten versehen, die man als Pilot normalerweise nicht sieht.

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Auch vor dem Terminal hat Jo sauber gearbeitet und mein guter Eindruck setzt sich fort. Die Texturen sind allesamt scharf und mit Dreck- und Verwitterunsspuren versehen. Die Objekte sind fein ausmodelliert und auf dem Dach wehen zwei Fahnen.

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Auf dem Vorfeld steht eine Dash 8-Q100 von Widerøe und ein Mann mit einem Kopfhörer am rechten Knie läuft immer wieder vom Flugzeug zum Terminal und zurück.
Anderswo sitzt ein weiterer Mann gelangweilt an einem Tisch und auch er trägt ein Headset am Knie, genau wie der Mann, der auf dem Vorfeld auf die Ankunft einer Maschine wartet. Was ist da los? Eine Verschwörung? Ein Erkennungszeichen? Man weiß es einfach nicht.

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Die Bodentexturen sind größtenteils sehr scharf und machen einen guten Eindruck, lediglich die Fototexturen der Grünflächen sind sehr unscharf und trüben den Gesamteindruck stark.
In der Produktbeschreibung wurde eine geneigte (sloped) Startbahn versprochen, die wirklich gut umgesetzt wurde. Dadurch ist zwar leider kein KI-Verkehr in Svolvaer möglich, aber die vielen dynamischen Objekte sorgen bereits für genug "Leben".

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Der Windsack am Anfang der Bahn 19 verändert sich dank SODE 1.2 je nach Windstärke unnd Windrichtung.

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Starten wir nun unseren Rundflug und schauen uns die Umgebung an.
Die Fototexturen sind aus der Luft betrachtet scharf, verschwimmen aber beim Herankommen.
Sehr schade ist auch, dass die Schatten der Berge nicht dynamisch sind, sondern den ganzen Tag an der gleichen Stelle bleiben.

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Die Stadt wirkt sehr schnuckelig und typisch norwegisch, die Umsetzung offenbart aber doch einige Mängel.
Die Position der Häuser deckt sich nicht immer mit den fotorealen Untergrund, der auch noch unscharf ist, ganze Straßenzüge schweben doch bedenklich weit über dem Boden und manche Gebäude stehen ineinander und auf Straßen.

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Erfeulich hingegen sind die vielen selbstmodellierten Gebäude, die man in nordischen Regionen häufig vorfindet.

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Obwohl der Winter in Solvaer aufgrund der Küstenlage selten wirklich hart ist, möchte ich mir natürlich auch das Erscheinungsbild in den anderen Jahreszeiten anschauen. Also nur schnell die Zeit auf Winter gestellt und siehe da, es ist aufgrund der sehr nördlichen Lage des Flughafens schon gleich viel dunkler.
Überall liegt ein wenig Schnee, die kleinen Leuchten sind umgeben von einem kleinen Schneehügel und die Fototexturen weisen auch eine kleine Schneedecke auf. Selbst die Bodenmarkierungen verfügen über Schneespuren; das ist einfach Jos Stärke.

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SvolvaerX seasons

Nachtbeleuchtung

Die Nachtbeleuchtung kann durchaus als sehr gelungen bezeichnet werden. Die dreidimensionalen Lichter verbreiten eine stimmungsvolle Atmosphäre. Auch die Landebahnbefeuerung ist deutlich sichtbar, aber nicht übermäßig hell.

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Die Beleuchtung der Stadt und der Straßen ist mehr als ausreichend, aber für eine Kleinstadt in Norwegen vollkommen typisch. Ein wenig unerklärlich ist mir allerdings der Sprung der Beleuchtungsvariante auf der Straße vor dem Flughafen.

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Performance

Aufgrund der abgeschiedenen Lage und der „Größe“ des Flughafens hatte ich bei sehr hohen Einstellungen im Prepar3D v2.5 keinerlei Probleme mit Svolvær X.
In dieser Hinsicht muss man sich keine Gedanken machen.

Fazit

Mit Svolvær X hat Jo Erlend Sund eine größtenteils gute Arbeit abgeliefert. Besonders punkten kann der Flughafen aufgrund der vielen kleinen Objekte, der liebevollen Details, der Animationen und der sehr guten Texturen.
Die Stadt und das Luftbild hingegen haben so ihre Probleme, die für VFR Piloten mit dem Auge fürs Detail doch störend sind. Dazu zählen die Personen mit den Ohrschützern am Knie, die sehr fehlerbehaftete Stadt, die statischen Schatten der Berge und der Sprung in der Beleuchtungsvariante vor dem Flughafen. Hier wurde nicht konsequent zuende gearbeitet, was man bei einer Arbeit von Jo Erlend Sund hätte erwarten können. Schließlich hat er in früheren Szenerie gezeigt, was er kann.

Auf eine Anfrage bei Aerosoft bezüglich eines Updates wurde uns mitgeteilt, dass man zurzeit nicht wisse, ob die Entwickler ein Update nachreichen.

Trotz allem muss ich sagen, dass jeder, der einen schön gestalteten Kleinflughafen in Norwegen mit interessanten Wetterbedingungen und einer schönen Landschaft sucht, hier getrost zuschlagen kann!

Für 15€ kann man jedenfalls nichts falsch machen.

Testsystem
i7 3770k @3.5GHz
NVIDIA GTX660
16 GB Arbeitsspeicher
FSX auf HDD
Windows 8.1

Aufgrund der vorhandenen Fehler, reicht es jedoch nur zu einer

Kaufempfehlung

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